Reaktionen von Mitmenschen

Reaktionen der Mitmenschen

Es gibt die Gruppe der aktiven Sympathisanten und der passiven Sympathisanten.

Reaktionen der Ausstellungsbesucherinnen und -besucher waren auch, dass sie sich selbst auf den Weg machten, um diese Hasssymbole zu beseitigen.

Dann gibt es die Gruppe derjenigen, die meine Aktionen für sinnlos halten und die letzte Gruppe ist die der aktiven Gegner meiner Aktion. Es sind Sympathisanten der Rechten und die aktiven Rechten.

Die zweitgenannte Gruppe ist die größte und fordert mit der erstgenannten, dass dieses Ausstellungsprojekt in möglichst vielen öffentlichen Einrichtungen gezeigt wird.

Doch da gibt es auch Berührungsängste. Wie gut, dass sie auch mit der derzeitigen miserablen Finanzsituation verdrängt und begründet werden können.

Im Folgenden gebe ich einige Reaktionen wieder, denen ich bei meinen Aktivitäten begegnete:

"In unserer Stadt bitte nicht"
"Danke für Ihren Humanismus"
"Sie sind eine Terroristin"
"Sie sind ja auch gewalttätig"
"Ich finde es super, was sie tun"
"Warum tun Sie das für uns?"
"Anstatt Streife zu fahren, würde ich Ihnen lieber helfen" (ein Polizist)
"Lassen Sie das ('Ausländer Raus') stehen, ich kann gut damit leben"
"Hören Sie sofort auf, oder ich rufe die Polizei"
"Ist ja toll, was Sie da machen"
"... am besten; Sie putzen hier gleich alles sauber"
"Ich danke Ihnen, dass Sie es für uns tun"
"Für wen machen Sie das denn?"
"Wer bezahlt Sie?"
"Rote Sau"
"Die hat ja so'ne Macke"
"Die Schmierer wissen ja nicht, was sie schreiben"
"Sie sind abartig"
"Wie gut, dass es Leute gibt, die nicht wegschauen"
"Das bringt doch nichts"
"Jawohl, Ausländer raus"
"So was Blödes"
"Danke, dass es Sie gibt"
"So was wie Sie hätte man in der Hitlerzeit in die Gaskammer gebracht und das wäre gut so gewesen"
"Hier ist eine Frau, die hat Schmierereien beschmiert" (so wurde die Polizei gerufen)
"Wenn ich nicht in Uniform ware, würde ich gut finden, was Sie tun" (ein BGS-Beamter)


Ein Song für Irmela von Gerhard Schöne Die Couragierte Frau von der CD Seltsame Heilige
Quelle: 03.11.??, Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=_qUbrNWDUU4&list=RD_qUbrNWDUU4&start_radio=1


Klaus Fischer "Danke", ein Dankeschön-Song für Irmela Mensah-Schramm
Quelle: 23.07.2017, Youttube: https://www.youtube.com/watch?v=pix7Xu5_zL4

 

solaris Förderzentrum für Jugend und Umwelt gGmbH Sachsen
Einzigartiger Workshop mit Aktivistin Mensah-Schramm

Chemnitz, 04.08.2019, H.D. Schulsozialarbeiter Untere Luisenschule

Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Unteren Luisenschule hatten die Möglichkeit an einem Workshop mit der Aktivistin Irmela Mensah-Schramm teilzunehmen. Seit 33 Jahren kämpft die Berlinerin gegen Hassgraffiti, übermalt Hassbotschaften und dokumentiert alles fotografisch. In der Ausstellung "Hass vernichtet" hat sie die Ergebnisse zusammengefasst. Diese ist seit dem 2. April im Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz zu sehen.

Begleitend zur Ausstellung bot die Künstlerin am Folgetag der Eröffnung für nur eine Chemnitzer Schulklasse einen zweistündigen Workshop an. Frau Mensah-Schramm führte die SchülerInnen, begleitet durch den Schulsozialarbeiter Holger Deckwer, mit ihrer freundlichen und offenen Art im Workshop gezielt an das Thema Rassismus in Deutschland heran. Dabei erzählte sie von teilweise erheblichen Problemen, wenn sie während ihrer Reisen durch die Bundesrepublik auf fremdenfeindliche Gruppierungen stieß. Nur durch ihre bestimmende, aber auch besonnene Vorgehensweise konnte sie Menschen mit geballtem Hass gezielt entgegentreten.

Der Workshop war für die SchülerInnen der Luisenschule eindrucksvoll und prägend zugleich. Das gemeinsame Echo der Klasse war die Tatsache, dass die Schüler noch nie so einen Menschen kennengelernt haben, der mit so viel Liebe und Engagement für eine gute Sache einsteht und dafür tagtäglich kämpft.

 

Berliner Graffiti-Archiv “Aktiv gegen Hass-Graffiti“ Vortrag 2008
www.graffitieuropa.org/berlin/mensahschramm.htm

Augen auf e.V., Oberlausitz, 17.03.2006
www.augenauf.net/de/dnl/hass_vernichtet_rede_schramm.208.pdf

Deutschlandradio 18.07.2005: “Mit Schaber und Farbe gegen Naziparolen“
www.dradio.de/dkultur/sendungen/kompass/396939/

 

Ein Gedicht aus dem Jahr 2002, gewidmet Irmela Mensah–Schramm:
Georg Münzberger, Schüler aus Quedlinburg

Wenn ich diese Worte höre, “Ausländerhass und Gewalt“,
läuft mir ein eisig Schauer über den Rücken eisig kalt.
Doch ich möchte verschont bleiben von diesem eisig kalten Schauer
und nicht in Zeitungen blicken müssen in tiefer Wut und Trauer.
Andere Kulturen müssen wir respektieren,
keinen überflüssigen, nutzlosen Hass schüren!
Wenn dort Gewalt an beliebig Ort,
sind wir verpflichtet zu handeln sofort!
Nicht jeder hat die Kraft dies zu schaffen
und das ganz o–h–n–e Waffen!
Eine Frau tut etwas dagegen,
Frau Schramm zeigt, wie es geht
und mit zwei Beinen dahinter steht.
Das sollte sich jeder Politiker als Beispiel nehmen.

© 2020 | Irmela Mensah-Schramm